Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen. In den USA gehen neun Prozent aller Krebstodesfälle darauf zurück. Das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken und daran zu versterben, ist für ärmere Menschen Untersuchungen zufolge erhöht.
Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) erkranken häufiger an Parkinson – warum, ist bislang ungeklärt. Ein Erlanger Forschungsteam will mit künstlicher Intelligenz und Deep Learning molekulare Signaturen aufspüren, die beide Krankheiten verbinden. Ziel ist eine frühere Risikoerkennung Jahre vor den ersten Symptomen.
Eine akute Appendizitis konservativ behandeln statt sofort operieren – dieses Vorgehen wird Patienten zunehmend angeboten. Doch wie sicher ist das langfristig? In einer kanadischen Populationsstudie mit über 13.000 nicht operierten Betroffenen war das Risiko einer erneuten Notfallvorstellung oder Notfall-OP geringer als bislang angenommen.…
Bei älteren Menschen mit zuvor entdeckten Adenomen ist das Risiko, an anderen Ursachen zu versterben, deutlich höher als an Darmkrebs. Eine US-Kohortenstudie mit fast 92.000 Veteranen liefert konkrete Zahlen zu Inzidenz, Mortalität und Gebrechlichkeit – und stellt die Routine der Überwachungskoloskopie im hohen Alterzur Diskussion.
Die Anastomoseninsuffizienz zählt zu den gefürchtetsten Komplikationen nach kolorektalen Resektionen. Die intraoperative Indocyaningrün-Fluoreszenzangiografie (ICGFA) ermöglicht eine objektive Beurteilung der Darmperfusion am Resektionsrand – doch bislang fehlte eine belastbare Evidenz aus randomisierten Studien. In einer aktuellen Metaanalyse aus…
Das obstruktive Defäkationssyndrom (ODS) umfasst heterogene Störungen der anorektalen Koordination – konventionelle Diagnostik bildet die zugrunde liegenden Mechanismen jedoch nur unzureichend ab. Mithilfe von Fecobionics, einer bionischen Sonde, die eine Defäkation unter physiologischen Bedingungen simuliert, konnten jetzt 3 distinkte…
Ein Berliner Forschungsteam hat mit Darm-Organoiden den Infektionsweg enteropathogener Escherichia coli (EPEC) untersucht – und dabei einen natürlichen Abwehrmechanismus der Darmschleimhaut identifiziert. Die Schleimschicht der Darmzellen bildet offenbar eine wirksame Barriere gegen den Erreger. Besonders relevant: EPEC trifft vor allem junge…
Wer nach einem positiven fäkalen Okkultbluttest die empfohlene Darmspiegelung auslässt, trägt ein vierfach erhöhtes Darmkrebsrisiko gegenüber der Allgemeinbevölkerung – das zeigt eine schwedische Kohortenstudie mit knapp 15.000 Teilnehmenden. Unter den Betroffenen ohne Folgekoloskopie wurde zudem eine bislang unterschätzte Hochrisikogruppe…
Antibiotika sind der bekannteste Risikofaktor für Clostridioides-difficile-Infektionen (CDI) – doch auch zahlreiche andere häufig verordnete Arzneimittel stehen im Verdacht, das Infektionsrisiko zu steigern. Eine schwedische Registerstudie mit über 42.000 CDI-Fällen zeigt: Antidiarrhoika, systemische Kortikosteroide, Analgetika und…
Yersinia pseudotuberculosis nutzt Temperaturunterschiede, um zwischen harmlosem Umweltkeim und aggressivem Krankheitserreger umzuschalten. Ein Forschungsteam aus Bochum und Münster zeigt nun, dass das DNA-Bindeprotein Fis dabei eine zentrale Rolle spielt: Bei 25 Grad Celsius unterdrückt es Virulenzgene – fehlt es, werden selbst wechselwarme…
Wenig Fleisch, dafür viel Obst und Gemüse – eine pflanzenbasierte Ernährung gilt als gesund. Eine internationale Metaanalyse mit über 1,8 Millionen Teilnehmenden zeigt jetzt: Nicht jede pflanzenbetonte Kost schützt gleichermaßen vor Krebs – manche Ernährungsformen sind sogar mit einem erhöhten Risiko verbunden.
Menschen mit Zöliakie leiden häufig unter Komorbiditäten. Oftmals sind sie von Diabetes, Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse, Lebererkrankungen und anderen Erkrankungen betroffen.
Eine aktuelle Modellierungsstudie zeigt, dass sowohl Koloskopie als auch FIT-Test das Darmkrebs- und Mortalitätsrisiko deutlich senken – am effektivsten jedoch ist eine Kombination beider Verfahren.
Ein Forschungsteam der Universität Siegen hat einen zentralen Mechanismus des darmeigenen Immunsystems entschlüsselt und untersucht nun, wie sich gestörte Signalwege bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa gezielt beeinflussen lassen. Das Projekt könnte den Weg zu neuen Medikamenten ebnen – und setzt zugleich auf tierexperimentelle Alternativen.
Frauen, die während der Schwangerschaft an entzündlichen Darmerkrankungen leiden, zeigen veränderte Immunreaktionen in der Vaginalschleimhaut. Eine aktuelle Untersuchung macht deutlich, wie stark diese Prozesse mit dem individuellen Ernährungsverhalten verknüpft sind – und welchen Einfluss Ernährung auf Entzündungsmarker haben kann.