Bei cholestatischen Leberschäden geraten dendritische Zellen und seltene γδ-T-Zellen in einen folgenreichen Dialog: Über Interleukin-17 verstärken sie Entzündung und Fibrose. Würzburger Forschende zeigen mittels Einzelzell-Sequenzierung, wie sich diese Kettenreaktion unterbrechen lässt – und eröffnen damit neue Ansatzpunkte für gezielte Therapien…
Die Sorge vor verstecktem Glutenkontakt prägt den Alltag vieler Zöliakiebetroffener – auch in der Partnerschaft. Doch wie viel Gluten gelangt tatsächlich beim Küssen vom Mund des nicht betroffenen Partners auf die Schleimhaut der erkrankten Person? Eine prospektive Untersuchung liefert nun belastbare Zahlen zur Glutenübertragung per Kuss – und eine…
Die selektive Dekontamination des Verdauungstrakts gilt seit Jahrzehnten als umstrittene Strategie zur Infektionsprävention bei beatmeten Intensivpatienten. Eine große internationale Cluster-randomisierte Studie aus Australien und Kanada hat nun untersucht, ob das antimikrobielle Regime tatsächlich Leben rettet – und wie es sich auf die mikrobielle…
Wie tief muss sequenziert werden, um das Darmmikrobiom zuverlässig zu charakterisieren? Ein Team der Uniklinik RWTH Aachen hat die Shotgun-Metagenomsequenzierung systematisch geprüft – mit klaren Empfehlungen zu Sequenzierungstiefe, Stammrekonstruktion und funktioneller Analyse. Die Ergebnisse erleichtern künftig Planung und Vergleichbarkeit großer…
Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen. In den USA gehen neun Prozent aller Krebstodesfälle darauf zurück. Das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken und daran zu versterben, ist für ärmere Menschen Untersuchungen zufolge erhöht.
Eine akute Appendizitis konservativ behandeln statt sofort operieren – dieses Vorgehen wird Patienten zunehmend angeboten. Doch wie sicher ist das langfristig? In einer kanadischen Populationsstudie mit über 13.000 nicht operierten Betroffenen war das Risiko einer erneuten Notfallvorstellung oder Notfall-OP geringer als bislang angenommen.…
Beim resektablen Plattenepithelkarzinom des Ösophagus ist die robotergestützte Ösophagektomie der konventionellen thorakoskopischen Technik im Gesamtüberleben mindestens ebenbürtig – möglicherweise sogar überlegen. In der multizentrischen Phase-III-Studie RAMIE lag die 5-Jahres-Überlebensrate nun im Roboterarm bei 69,4% gegenüber 56,2% im…
Bei älteren Menschen mit zuvor entdeckten Adenomen ist das Risiko, an anderen Ursachen zu versterben, deutlich höher als an Darmkrebs. Eine US-Kohortenstudie mit fast 92.000 Veteranen liefert konkrete Zahlen zu Inzidenz, Mortalität und Gebrechlichkeit – und stellt die Routine der Überwachungskoloskopie im hohen Alterzur Diskussion.
Nicht einzelne Wirkstoffe, sondern komplexe Pestizidgemische treiben offenbar das Krebsrisiko in die Höhe – das zeigt eine großangelegte Studie aus Peru. In landwirtschaftlich geprägten Regionen, in denen Bevölkerungsgruppen durchschnittlich zwölf verschiedenen Pestiziden gleichzeitig ausgesetzt waren, lag die Krebsrate um rund 150 % über dem…
Die Anastomoseninsuffizienz zählt zu den gefürchtetsten Komplikationen nach kolorektalen Resektionen. Die intraoperative Indocyaningrün-Fluoreszenzangiografie (ICGFA) ermöglicht eine objektive Beurteilung der Darmperfusion am Resektionsrand – doch bislang fehlte eine belastbare Evidenz aus randomisierten Studien. In einer aktuellen Metaanalyse aus…
Das obstruktive Defäkationssyndrom (ODS) umfasst heterogene Störungen der anorektalen Koordination – konventionelle Diagnostik bildet die zugrunde liegenden Mechanismen jedoch nur unzureichend ab. Mithilfe von Fecobionics, einer bionischen Sonde, die eine Defäkation unter physiologischen Bedingungen simuliert, konnten jetzt 3 distinkte…
Wer nach einem positiven fäkalen Okkultbluttest die empfohlene Darmspiegelung auslässt, trägt ein vierfach erhöhtes Darmkrebsrisiko gegenüber der Allgemeinbevölkerung – das zeigt eine schwedische Kohortenstudie mit knapp 15.000 Teilnehmenden. Unter den Betroffenen ohne Folgekoloskopie wurde zudem eine bislang unterschätzte Hochrisikogruppe…
Antibiotika sind der bekannteste Risikofaktor für Clostridioides-difficile-Infektionen (CDI) – doch auch zahlreiche andere häufig verordnete Arzneimittel stehen im Verdacht, das Infektionsrisiko zu steigern. Eine schwedische Registerstudie mit über 42.000 CDI-Fällen zeigt: Antidiarrhoika, systemische Kortikosteroide, Analgetika und…
Immuncheckpoint‑Inhibitoren in Kombination mit Chemotherapie gelten inzwischen als Standard in der Erstlinientherapie des HER2‑negativen fortgeschrittenen oder metastasierten Adenokarzinoms des Magens oder des gastroösophagealen Übergangs. Unklar ist jedoch, welche Erhaltungsstrategie nach Induktionstherapie optimal ist. Eine Camrelizumab‑basierte…
Eine umfangreiche Meta-Analyse widerspricht der verbreiteten Annahme, dass Stress, Einsamkeit oder Trauer das Krebsrisiko erhöhen – weder das Gesamtkrebsrisiko noch das Risiko für Brust‑, Prostata‑ oder Darmkrebs. Deutliche Effekte zeigen sich lediglich beim Lungenkrebs.