Eine akute Appendizitis konservativ behandeln statt sofort operieren – dieses Vorgehen wird Patienten zunehmend angeboten. Doch wie sicher ist das langfristig? In einer kanadischen Populationsstudie mit über 13.000 nicht operierten Betroffenen war das Risiko einer erneuten Notfallvorstellung oder Notfall-OP geringer als bislang angenommen.…
Beim resektablen Plattenepithelkarzinom des Ösophagus ist die robotergestützte Ösophagektomie der konventionellen thorakoskopischen Technik im Gesamtüberleben mindestens ebenbürtig – möglicherweise sogar überlegen. In der multizentrischen Phase-III-Studie RAMIE lag die 5-Jahres-Überlebensrate nun im Roboterarm bei 69,4% gegenüber 56,2% im…
Bei älteren Menschen mit zuvor entdeckten Adenomen ist das Risiko, an anderen Ursachen zu versterben, deutlich höher als an Darmkrebs. Eine US-Kohortenstudie mit fast 92.000 Veteranen liefert konkrete Zahlen zu Inzidenz, Mortalität und Gebrechlichkeit – und stellt die Routine der Überwachungskoloskopie im hohen Alterzur Diskussion.
Nicht einzelne Wirkstoffe, sondern komplexe Pestizidgemische treiben offenbar das Krebsrisiko in die Höhe – das zeigt eine großangelegte Studie aus Peru. In landwirtschaftlich geprägten Regionen, in denen Bevölkerungsgruppen durchschnittlich zwölf verschiedenen Pestiziden gleichzeitig ausgesetzt waren, lag die Krebsrate um rund 150 % über dem…
Die Anastomoseninsuffizienz zählt zu den gefürchtetsten Komplikationen nach kolorektalen Resektionen. Die intraoperative Indocyaningrün-Fluoreszenzangiografie (ICGFA) ermöglicht eine objektive Beurteilung der Darmperfusion am Resektionsrand – doch bislang fehlte eine belastbare Evidenz aus randomisierten Studien. In einer aktuellen Metaanalyse aus…
Das obstruktive Defäkationssyndrom (ODS) umfasst heterogene Störungen der anorektalen Koordination – konventionelle Diagnostik bildet die zugrunde liegenden Mechanismen jedoch nur unzureichend ab. Mithilfe von Fecobionics, einer bionischen Sonde, die eine Defäkation unter physiologischen Bedingungen simuliert, konnten jetzt 3 distinkte…
Wer nach einem positiven fäkalen Okkultbluttest die empfohlene Darmspiegelung auslässt, trägt ein vierfach erhöhtes Darmkrebsrisiko gegenüber der Allgemeinbevölkerung – das zeigt eine schwedische Kohortenstudie mit knapp 15.000 Teilnehmenden. Unter den Betroffenen ohne Folgekoloskopie wurde zudem eine bislang unterschätzte Hochrisikogruppe…
Wer nie geheiratet hat, erkrankt häufiger an Krebs – das zeigt eine Auswertung von über vier Millionen Krebsfällen aus den USA. Besonders auffällig sind die Unterschiede bei gynäkologischen Tumoren sowie bei Krebsarten, die mit Infektionen, Tabak oder Alkohol in Verbindung stehen. Welche Mechanismen hinter dem Zusammenhang stecken und warum die Ehe…
Antibiotika sind der bekannteste Risikofaktor für Clostridioides-difficile-Infektionen (CDI) – doch auch zahlreiche andere häufig verordnete Arzneimittel stehen im Verdacht, das Infektionsrisiko zu steigern. Eine schwedische Registerstudie mit über 42.000 CDI-Fällen zeigt: Antidiarrhoika, systemische Kortikosteroide, Analgetika und…
Immuncheckpoint‑Inhibitoren in Kombination mit Chemotherapie gelten inzwischen als Standard in der Erstlinientherapie des HER2‑negativen fortgeschrittenen oder metastasierten Adenokarzinoms des Magens oder des gastroösophagealen Übergangs. Unklar ist jedoch, welche Erhaltungsstrategie nach Induktionstherapie optimal ist. Eine Camrelizumab‑basierte…
Eine umfangreiche Meta-Analyse widerspricht der verbreiteten Annahme, dass Stress, Einsamkeit oder Trauer das Krebsrisiko erhöhen – weder das Gesamtkrebsrisiko noch das Risiko für Brust‑, Prostata‑ oder Darmkrebs. Deutliche Effekte zeigen sich lediglich beim Lungenkrebs.
Yersinia pseudotuberculosis nutzt Temperaturunterschiede, um zwischen harmlosem Umweltkeim und aggressivem Krankheitserreger umzuschalten. Ein Forschungsteam aus Bochum und Münster zeigt nun, dass das DNA-Bindeprotein Fis dabei eine zentrale Rolle spielt: Bei 25 Grad Celsius unterdrückt es Virulenzgene – fehlt es, werden selbst wechselwarme…
Ein Wirkstoff, der bereits in klinischen Studien gegen Hepatitis C untersucht wird, zeigt überraschend starke Effekte gegen das Hepatitis-E-Virus – und könnte bald als Therapieoption infrage kommen.
Die adjuvante Kombination aus Atezolizumab und mFOLFOX6 senkt das Rezidiv- und Sterberisiko bei dMMR-Darmkrebs im Stadium III um 50 % – so das zentrale Ergebnis der Phase-III-Studie ATOMIC. Nach 40,9 Monaten Nachbeobachtung lag das krankheitsfreie 3-Jahres-Überleben unter Immuntherapie bei 86,3 % versus 76,2 % unter alleiniger Chemotherapie. Die …
Wenig Fleisch, dafür viel Obst und Gemüse – eine pflanzenbasierte Ernährung gilt als gesund. Eine internationale Metaanalyse mit über 1,8 Millionen Teilnehmenden zeigt jetzt: Nicht jede pflanzenbetonte Kost schützt gleichermaßen vor Krebs – manche Ernährungsformen sind sogar mit einem erhöhten Risiko verbunden.