
Nach einer Darmkrebsbehandlung sind viele Krebsüberlebende von Magen-Darm-Beschwerden betroffen. Blähungen oder Durchfälle sowie Verstopfung gehören zu den häufigsten Symptomen. Wie häufig Darmbeschwerden bis zu 5 Jahre nach der Darmkrebsdiagnose auftreten und in welchem Zusammenhang die Beschwerden mit der Aufnahme von Ballaststoffen stehen, konnte bisher nicht eindeutig geklärt werden.
Ballaststoffaufnahme spielt wichtige Rolle
Eine Untersuchung zeigt nun: Darmbeschwerden sind ein Problem, von dem fast die Hälfte der Darmkrebsüberlebenden betroffen ist. Einbezogen waren 1.751 Darmkrebsüberlebende, bei denen eine Operation durchgeführt worden war: Demnach lag die Prävalenz von Darmbeschwerden
- 6 Monate nach der Diagnose bei 47%,
- 2 Jahre nach der Diagnose bei 41% und
- 5 Jahre nach der Diagnose bei 36%.
Ermittelt wurde die Häufigkeit des Auftretens von Darmbeschwerden mithilfe eines Fragebogens, in dem die Patienten etwa von Durchfällen, Verstopfung, häufigem Stuhlgang oder Schleim im Stuhl berichteten. Im Fokus stand dabei das Auftreten von Beschwerden 6 Monate, 2 Jahre und 5 Jahre nach der Diagnose.
Sechs Monate nach der Diagnose berichteten insbesondere die Patienten von Symptomen, die eine Chemotherapie erhalten hatten. Nach 2 und 5 Jahren waren eigenen Angaben zufolge eher die Patienten betroffen, die eine Strahlentherapie erhalten hatten.
Symptombehandlung und Ernährung entscheidend
Eine große Rolle für das Auftreten oder Nicht-Auftreten schien dabei die Aufnahme von Ballaststoffen zu spielen. Patienten, die jedoch viele Ballaststoffe zu sich nahmen, waren seltener von Durchfall betroffen als jene mit einer geringen Ballaststoffaufnahme.
Doch was bedeuten die Ergebnisse der Studie nun konkret? Zunächst sprechen sie für die Notwendigkeit der Symptombehandlung bei Darmkrebsüberlebenden. Zudem lassen die Ergebnisse vermuten, dass die Ernährung eine Rolle bei der Behandlung von Darmbeschwerden spielen könnte.
Fazit
Auch in den Jahren nach einer Darmkrebsdiagnose sind Patienten oftmals von Darmbeschwerden betroffen, insbesondere dann, wenn sie eine Strahlentherapie in Kombination mit einer Rektumresektion erhalten hatten. Da diese Symptome die Lebensqualität stark beeinträchtigen, könnten Überlebende einer kolorektalen Krebserkrankung mit Darmbeschwerden von einer Behandlung ihrer Symptome im Rahmen ihrer Krebsbehandlung profitieren, so das Fazit der Studienautoren. Sie verweisen zudem auf eine potenzielle Rolle der Ernährungsberatung für dieses Patientenkollektiv, da eine höhere Aufnahme von Ballaststoffen in der Studie mit einer geringeren Durchfallprävalenz verbunden war.


