DGVS begrüßt Ernährungsstrategie der BundesregierungFehl- und Mangelernährung angehen

Bis Ende des Jahres will der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft Cem Özdemir im Austausch mit Fachleuten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Umwelt- und Verbraucherschutz eine dezidierte Ernährungsstrategie der Bundesregierung ausarbeiten. Diese soll gleichermaßen körperliche, soziale und planetare Belange vereinen. Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten e.V. (DGVS) begrüßt dieses Ziel ausdrücklich und weist darauf hin, dass hier keine falschen Kompromisse gemacht werden dürften.

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Von der Gemeinschaftsverpflegung in Kitas, Schulen und Kliniken über die bessere Krankheits-Prävention mit der richtigen Ernährungsform bis hin zur Förderung von Forschung und Monitoring rund um Ernährung: All diese Themen möchte die Bundesregierung mit der Ernährungsstrategie angehen.

Krankheitsprävention durch Ernährung

Durch eine Änderung der Ernährungsweise und des Lebensstils lassen sich viele Krankheiten komplett oder auch deren Fortschreiten vermeiden. „Hier sind wir in der alltäglichen Arbeit mit unseren Patientinnen und Patienten ganz nah an der Ernährungsstrategie des Bundes, die maßgeblich an der Prävention durch Ernährung ansetzen möchte“, so die Gastroenterologin. Die Ursachen ungesunder Ernährung liegen oft schon in der Kindheit und werden dann bis ins hohe Alter weitergetragen. Was es jeder und jedem Einzelnen so schwer mache, sich lebenslang richtig zu ernähren, finde seinen Ursprung häufig nicht in individuellen, sondern strukturellen Problemen, die alle Generationen beträfen: Fehlendes Wissen über gesunde Lebensmittel und die Bedeutung von Bewegung, falsche Kost in Gemeinschaftsverpflegungen wie Kita, Kantine oder Klinik und Fehlinformationen rund um Lebensmittel im Supermarkt.

„Die Ernährungsstrategie sollte daher darauf abzielen, die richtige Ernährung zum richtigen Zeitpunkt verfügbar zu machen: Kinder benötigen andere Nährstoffe als schwer kranke oder genesende Menschen“, ergänzt Terjung.

DGVS bietet dem Bundesminister Cem Özdemir Unterstützung an

Es gibt Beobachtungs- und Interventionsstudien, die eine Richtschnur vorgeben, welche Ernährung gesundheitsförderlich ist: Mit der sogenannten mediterranen Kost lassen sich ernährungsbedingte Erkrankungen bestmöglich verhindern und unter Umständen auch aufhalten: Viel Gemüse und Obst, zwei Mal pro Woche Fisch, wenig Fleisch und Wurst, wenige oder zumindest fettarme Milchprodukte, wenig tierisches Eiweiß, ballaststoffreiche Kost – das alles wirkt antientzündlich auf den Körper und senkt damit das Erkrankungsrisiko.

Daran anschließend begrüßt die DGVS die Bestrebungen, im Rahmen der Ernährungsstrategie auch die Datenbasis für eine gesunde Ernährung zu erweitern und insbesondere im Rahmen eines bundesweiten Mentorings noch genauer zu ergründen, wer in Deutschland was isst und wie die Ernährung an den verschiedenen Stellen noch verbessert werden kann. Dies sei aus Sicht der medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaft entscheidend, um zu einem langfristig guten Ergebnis zu kommen. „Wir als Gastroenterologen sehen uns bei diesem Thema besonders in der Pflicht und sind jederzeit bereit, uns mit unserer medizinischen, aber vor allem auch wissenschaftlichen Expertise einzubringen“, sagt Terjung abschließend.