Verträgliche und wirksame ZusatzbehandlungProbiotika mit positivem Einfluss auf psychische Erkrankungen

Leandra Oeschey

Die Interaktionen zwischen dem Darmmikrobiom und dem Gehirn über die Darm-Hirn-Achse sind in den vergangenen Jahren immer häufiger Gegenstand der Forschung geworden. In der Folge kristallisierte sich die Zusammensetzung der Darmmikrobiota als neuartiger therapeutischer Ansatzpunkt für die Behandlung psychischer Erkrankungen heraus. Auch bei Depressionen könnten Probiotika eine wirksame Zusatzbehandlung darstellen.

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Eine Depression wird mit Antidepressiva und Psychotherapie behandelt. Allerdings sprechen nur etwa 40% vollständig auf die Erstlinienbehandlung an und etwa ein Drittel leidet trotz Behandlung weiterhin an Symptomen. Daher bedarf es weiterer therapeutischer Angebote.

Bislang fehlen allerdings randomisierte, klinische Studien, die diesen positiven Effekt von Probiotika auf psychische Erkrankungen belegen würden und zudem ausreichend Daten über die Verträglichkeit und Akzeptanz liefern. Angesichts dessen führten Forschende aus Großbritannien eine doppelblinde, placebokontrollierte Studie durch. Daran nahmen 50 Erwachsene (Durchschnittsalter: 32 Jahre) mit Major Depression teil, die kein vollständiges Ansprechen auf Antidepressiva zeigten. Sie erhielten für 8 Wochen randomisiert entweder ein Mehrstamm-Probiotikum (8 Milliarden koloniebildende Einheiten pro Tag, n=24) oder ein Placebo (n=25) zusätzlich zur ihrer laufenden Medikation mit Antidepressiva.

Verbesserung der depressiven und Angstsymptome

Die Einnahme von Probiotika ging mit einer Verbesserung der depressiven sowie der Angstsymptome einher. So waren die Mittelwerte auf der Hamilton Depression Rating Scale und der Hamilton Anxiety Rating Scale nach 8 Wochen Behandlung niedriger als zu Studienbeginn und lagen auch unter den durchschnittlichen Werten der Placebogruppe. Die Probiotikabehandlung war gut verträglich, es gab keine schwerwiegenden unerwünschten Reaktionen und die Adhärenz war hoch (Adhärenzrate von 97,2%).

Teilnehmer, die über 8 Wochen hinweg ein Mehrstamm-Probiotikum erhalten hatten, zeigten eine stärkere Verbesserung der depressiven Symptome im Vergleich zu denjenigen, die ein Placebo eingenommen hatten. Auch Angstsymptome konnten durch die Probiotika gelindert werden, wobei eine endgültige Wirksamkeitsstudie ausstehe – auch um zu untersuchen, welche Patienten am meisten von einer probiotischen Behandlung profitieren, so die Autoren der Studie.