
Regelmäßige körperliche Aktivität kann das Risiko für Krebs im Verdauungssystem deutlich senken. Schon moderate Bewegung reduziert die Gefahr für Darm- und Magenkrebs erheblich. Wer konsequent aktiv bleibt, profitiert langfristig von einem starken Schutz für die Gesundheit. Dies zeigt eine Langzeitstudie mit Daten von 231.067 Männern und Frauen.
Alle 2 Jahre lang machten die Teilnehmenden mithilfe von Fragebögen Angaben etwa zu ihrem Lebensstil. Das mittlere Alter der Teilnehmenden betrug 43 Jahre. In der Nachbeobachtungszeit von mehr als 32 Jahren traten 6.538 Fälle von Krebserkrankungen des Verdauungssystems auf. Insgesamt kam es zu 3.791 Todesfällen in Folge von Krebserkrankungen des Verdauungssystems.
Welche Menge Bewegung bringt den größten Nutzen?
Dabei wurde deutlich: Ein höheres körperliches Aktivitätsniveau war mit einem geringeren Risiko für Krebserkrankungen des Verdauungssystems verbunden. Als höheres körperliches Aktivitätsniveau galten dabei 45 oder mehr metabolische Äquivalent-Stunden, sogenannte MET-Stunden. Das geringste Risiko für gastrointestinale Tumore zeigte sich bei etwa 50 MET-Stunden pro Woche.
Über 3 Jahrzehnte gesehen konnte auch eine konsequente moderate Bewegung mit 16,9 MET-Stunden in der Woche das Risiko für Krebserkrankungen des Verdauungssystems deutlich reduzieren, während deutlich höhere Werte (also konstant etwa 39 MET-Stunden/Woche) keinen weiteren Nutzen brachten
Langzeitdaten aus drei großen Studien im Überblick
In die Untersuchung einbezogen wurden Daten aus 3 umfangreichen Studien:
- der Health Professionals Follow-Up Study, 1988–2020
- der Nurses' Health Study, 1988–2021
- der Nurses' Health Study II, 1991–2021
Die Analyse der Daten erfolgte zwischen Oktober 2024 und Mai 2025.
Fazit
Konsequente Bewegung kann das Risiko für Krebserkrankungen des Verdauungssystems signifikant reduzieren. Dahinter könnten nach Meinung der Autoren mehrere Mechanismen stehen: Neben der durch die körperliche Aktivität unterstützte Gewichtskontrolle könnten auch systemische Effekte an der Risikoreduktion beteiligt sein – angefangen von einer verbesserten Insulinsensitivität über eine reduzierte Hyperinsulinämie und weniger systemischen Entzündungen bis hin zu einer gestärkten Immunfunktion. Aber auch lokale Effekte, wie die Förderung der gastrointestinalen Motilität, die damit geringere Transitzeit und eine demzufolge kürzere Exposition gegenüber Karzinogenen, sind denkbar, so die Autoren.


