
Fettleibigkeit vermeiden, gesund essen, Alkohol einschränken und viel körperliche Bewegung – diese Maßnahmen empfiehlt die American Cancer Society (ACS) Krebspatienten in ihren aktuellen Leitlinien. Neue Forschungsergebnisse von ACS-Wissenschaftlern zeigen: Nichtrauchende, die an einer übergewichtsassoziierten Krebserkrankungen erkrankt sind und die Empfehlungen weitgehend beherzigen, haben tatsächlich ein geringeres Sterberisiko. Die Überlebensvorteile zeigten sich nicht nur bei denjenigen, die sowohl vor als auch nach ihrer Diagnose einen gesunden Lebensstil pflegten, sondern auch bei jenen, die ihre Gewohnheiten erst nach der Diagnose anpassten.
Übergewichtsassoziierte Krebserkrankungen im Fokus
Für die Studie analysierte das Forscherteam die Lebensgewohnheiten von knapp 4.000 Teilnehmenden der Ernährungskohorte der Cancer Prevention Study-II, bei denen zwischen 1992 und 2002 bis 2020 übergewichtsassoziierte Krebserkrankungen diagnostiziert worden waren. Die Nachbeobachtungszeit betrug im Mittel 15,6 Jahre.
Die Einhaltung der ACS-Richtlinien nach der Diagnose – also Body-Mass-Index (BMI), körperliche Aktivität, Ernährung und Alkoholkonsum – wurde auf einer Skala von 0 bis 8 bewertet. Je höher die Werte auf dieser Skala, desto besser die „Compliance“ der Patienten.
Die Analyse ergab, dass von den 3.742 Teilnehmende (Durchschnittsalter 67,6 Jahre) 2.430 während des Beobachtungzeitraums gestorben waren. Krebsüberlebende mit einem Score von 6 bis 8 hatten im Vergleich zu jenen mit einem Score von 0 bis 3
- ein um 24 % geringeres Risiko bezüglich der Gesamtmortalität (Hazard Ratio [HR] 0,76; 95%-Konfidenzintervall [95%-KI] 0,68–0,85),
- ein um 33 % geringeres Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben (HR 0,67; 95%-KI 0,54–0,83) und
- ein um 21 % geringeres Risiko, an ihrem Krebs zu versterben (HR 0,79; 95%-KI 0,64–0,97).
Stellschraube für ein längeres Leben
Interessanterweise zeichnete sich auch bei Krebsüberlebenden, deren Punktzahl sich von niedrig auf hoch verbesserte, eine geringere Gesamtmortalität ab.
„Viele Krebsüberlebende möchten wissen, wie sie ihren Lebensstil ändern können, um ihre Chancen auf ein längeres Leben zu verbessern“, wird Erstautorin Dr. Ying Wang in einer Medienmitteilung zitiert. „Unsere Ergebnisse unterstreichen, wie sehr sich die Wahl des richtigen Lebensstils tatsächlich auf das Überleben einer Krebserkrankung auswirkt“, so die ASC-Wissenschaftlerin
Quelle: Wan Y et al. J Natl Cancer Inst 2025; djaf051, DOI: 10.1093/jnci/djaf051


