EHEC breitet sich weiter ausZehn neue Fälle an einem Tag – Suche nach Quelle läuft auf Hochtouren

In Mecklenburg-Vorpommern steigt die Zahl der EHEC-Infektionen erneut: Binnen 24 Stunden wurden 10 neue Fälle gemeldet. Insgesamt sind fast 60 Menschen betroffen, darunter viele Kinder mit schweren Verläufen. Die Behörden stehen unter Druck – die Quelle des Ausbruchs bleibt weiterhin unbekannt.

Eine Medizinisch-Technische Assistentin arbeitet unter einer Abzugshaube im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) an Stuhlproben, die auf EHEC-Bakterienstämme untersucht werden.
Christian Charisius/dpa
Die Suche nach der Quelle des Ausbruchs läuft weiter: Hier untersucht eine medizinisch-technische Assistentin Stuhlproben auf vorhandene EHEC-Bakterien.

Die Gefahr schien schon vorüber, jetzt aber ist die Zahl der mit enterohämorrhagischen Escherichia coli (EHEC) Infizierten in Mecklenburg-Vorpommern weiter gestiegen. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) meldete am Freitag 59 Betroffene. Damit nahm die Zahl binnen eines Tages um 10 zu. Die Ursache für den Ausbruch ist dem Gesundheitsministerium zufolge weiterhin unklar.

Die Quelle bleibt nach wie vor ein Rätsel

Die Identifizierung des verantwortlichen Bakterienstammes hatte Hoffnungen geschürt, nun endlich auch die Infektionsquelle zu finden. Doch erfüllten sich diese bislang nicht. Die Behörden versuchen unter anderem mit detaillierten Befragungen der betroffenen Familien der Quelle auf die Spur zu kommen. Die Serie von Infektionen in Mecklenburg-Vorpommern hatte Mitte August begonnen. 

Von den 59 Infizierten wurden bisher 21 dem aktuellen Ausbruch zugeordnet, der nicht zu dem sonst auftretenden jährlichen EHEC-Geschehen gehört. Die restlichen 38 Fälle werden bis zur abschließenden labordiagnostischen Prüfung noch als Verdachtsfall geführt.

69 Fälle bundesweit, 13 schwere Verläufe

Bundesweit wurden laut Lagus seit Mitte August 69 EHEC-Infektionen registriert. Die Häufung der Infektionen in MV, von denen auch Urlauber aus anderen Bundesländern betroffen waren und die bei Kindern oft zu schweren Krankheitsverläufen führten, hatte bei Medizinern Besorgnis ausgelöst. Die Zahl der schweren Verläufe mit dem sogenannten hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) liegt bisher bei 13.