
Nach der Identifizierung des für den EHEC-Ausbruch in Mecklenburg-Vorpommern verantwortlichen Bakterienstammes haben die Behörden 14 der bislang bestätigten 45 EHEC-Fälle diesem Ausbruchsgeschehen zugeordnet (EHEC: enterohämorrhagische Escherichia coli). In Abstimmung mit dem Robert Koch-Institut (RKI) würden fortan nur noch Neuinfektionen in die Statistik aufgenommen, die labordiagnostisch bestätigt dem Ausbruchsstamm zuzuordnen sind. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Soziales in Rostock mit.
Keine neuen Fälle – aber keine Entwarnung
Nach diesen Kriterien seien keine neuen EHEC-Infektionen mit Erkrankungsbeginn nach dem 1. September gemeldet worden. Ob dies ein Indiz für das Ende des Ehec-Ausbruchs ist und ob es im Nordosten neue Infektionen mit einem anderen Stamm dieser Darmbakterien gab, wurde nicht mitgeteilt.
Infektionen, die nicht die aktuelle Falldefinition erfüllten, würden bis zur endgültigen labordiagnostischen Abklärung als mögliche Fälle geführt, hieß es. Zudem gebe es eine Gesamtstatistik mit allen Ehec-Fällen. Diese wird nicht tagesaktuell veröffentlicht.
EHEC in Mecklenburg-Vorpommern 2025: Demografische Verteilung und klinische Schwere
Bei den bislang 14 bestätigten EHEC-Infektionen, die dem aktuellen Ausbruch in Mecklenburg-Vorpommern zugeordnet werden, handelt es sich laut Gesundheitsamt um 11 Kinder und 3 Erwachsene. Acht der Betroffenen stammen demnach aus Mecklenburg-Vorpommern, 6 aus anderen Bundesländern.
In 5 dieser Fälle habe die Infektion bei Kindern im Alter von 1–6 Jahren das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) ausgelöst. Wie viele Patienten wegen dieses schweren Krankheitsverlaufs noch stationär behandelt wurden, wurde nicht mitgeteilt. Insgesamt war bei 12 Patienten HUS diagnostiziert worden.
Infektionsquelle weiter ungeklärt: Behörden tappen im Dunkeln
Die Identifizierung des für den aktuellen EHEC-Ausbruch in Mecklenburg-Vorpommern verantwortlichen Bakterienstammes hatte Hoffnung gemacht, auch Quelle und Verbreitungsweg der Infektionen zu finden. Dazu gibt es weiter keine belastbaren Erkenntnisse.
EHEC-Infektionen waren seit Mitte August zunächst nur im Osten Mecklenburg-Vorpommerns registriert worden (►wir berichteten). Zuletzt hatte es Erkrankungen auch weiter im Westen des Landes gegeben (►wir berichteten).


