Früh schützen – lebenslang profitierenHepatitis B: Warum Kinder jetzt geimpft werden sollten

Hepatitis B kann zu Leberzirrhose oder Krebs führen – besonders bei Kindern verläuft die Infektion oft chronisch. Trotz rückläufiger Fallzahlen in Bayern bleibt die Impfquote zu niedrig. Fachleute und Gesundheitsministerin Gerlach riefen anlässlich des Welt-Hepatitis-Tags zur frühzeitigen Impfung im Kindesalter auf.

Impfpass: STIKO empfiehlt Hepatitis-B-Impfung bereits im Kindesalter
dpaJonas Güttler/dpa
Eintrag mit Wirkung: Die Hepatitis-B-Impfung ist ein wichtiger Baustein für die Kindergesundheit.

München (dpa/lby) – Angesichts der gesundheitlichen Risiken durch eine Hepatitis-B-Infektion ruft Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) zur Impfung auf – insbesondere bei Kindern und Jugendlichen. Unbehandelt kann Hepatitis B zu fortschreitender Leberzirrhose und Leberkrebs führen. Dies könne jedoch durch eine frühzeitige Impfung vermieden werden, erläuterte Gerlach anlässlich des Welt-Hepatitis-Tages am 28.07.2025. «Die Impfung schützt unsere Kinder vor lebenslangen gesundheitlichen Folgen.»

«Obwohl Kinder sich aufgrund der Ansteckungswege seltener infizieren, verläuft die Erkrankung bei ihnen häufig chronisch», betonte der Präsident des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), Christian Weidner. «Eine chronische Hepatitis B kann zwar therapiert, jedoch nicht geheilt werden.»

Unsichtbare Gefahr für die Leber

«Hepatitis B zählt neben Hepatitis C und D zu den bedrohlichsten Infektionserkrankungen für den Menschen, da sie die Leber erheblich schädigen kann», ergänzte Weidner. Zugleich sei Hepatitis B eine der häufigsten Infektionskrankheiten weltweit. Das LGL registrierte in Bayern bislang 1.723 neu diagnostizierte Hepatitis-B-Fälle im laufenden Jahr - weniger als im gleichen Zeitraum 2024 mit 2.136 Fällen.

Hepatitis B ist hochinfektiös und die Übertragung erfolgt hauptsächlich beim Geschlechtsverkehr oder über Kontakt mit dem Blut infizierter Personen zum Beispiel über Nadelstichverletzungen. Neugeborene können sich zudem bei der Geburt bei ihren Müttern anstecken. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Hepatitis-B-Impfung bereits im Säuglingsalter. Aufgrund des langfristigen Schutzes sind außer bei besonderem Infektionsrisiko keine Auffrischimpfungen im Erwachsenenalter nötig.

Bayern impft zu wenig – Experten schlagen Alarm

Den Angaben zufolge sind in Bayern etwa 75% der 2-jährigen und rund 83% der 6-jährigen Kinder geimpft. Europaweit werden jedoch Impfquoten von über 90% Prozent angestrebt, um den Schutz vor Hepatitis B nachhaltig zu verbessern – zumal viele Infizierte von ihrer Infektion gar nichts wissen, aber die Erreger unwissentlich verbreiten.