Alarmstufe RotEHEC in MV: Kinder mit Nierenversagen im Krankenhaus

In Mecklenburg-Vorpommern häufen sich EHEC-Infektionen bei Kindern – besonders in Urlaubsregionen. Drei Betroffene liegen auf Intensivstationen, 2 benötigen Dialyse. Die Infektionsquelle ist bislang unbekannt. Behörden warnen vor weiteren Ansteckungen und ermitteln unter Hochdruck.

Escherichia coli - Darmbakterien
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EHEC-Ausbruch in Mecklenburg-Vorpommern: Drei Kinder auf Intensivstation – Ursache noch ungeklärt.

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es eine Häufung von Infektionen mit enterohämorrhagischen Escherichia coli (EHEC) bei Kindern. Insgesamt seien inzwischen 9 Kinder erkrankt, 5 weisen ein hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS) auf, teilte das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) Stand Mittwoch mit. Sechs der Kinder werden demnach in verschiedenen Bundesländern in Kliniken behandelt, einige intensivmedizinisch. Auf welchem Weg sich die Kinder infizierten, war zunächst unklar (►wir berichteten).

Im Landkreis Vorpommern-Rügen erkrankten den Angaben zufolge bisher 6 Kinder im Alter von 1–14 Jahren. Es handle sich größtenteils um Kinder im Urlaub. Im Landkreis Vorpommern-Greifswald wurden der Behörde 3 EHEC-Infektionen bei 1–5 Jahre alten Kindern gemeldet, die alle aus Mecklenburg-Vorpommern stammen.

EHEC-Fälle sind nicht wirklich selten

Generell sind Ehec-Infektionen nicht ungewöhnlich: In Mecklenburg-Vorpommern wurden im Jahr 2024 mehr als 130 Fälle erfasst, im Jahr davor 80. Übertragen werden die vor allem bei Wiederkäuern vorkommenden Mikroben vorwiegend durch verunreinigte Lebensmittel. 

Nach Daten des Robert Koch-Instituts zufolge wurden 2023 bundesweit mehr als 3.440 Erkrankungen erfasst, 2024 rund 4.570 und in diesem Jahr bisher etwa 3.660 (Stand 27. August). Im Jahr 2023 waren 5 Todesfälle gemeldet worden.

Im Jahr 2011 hatte es einen großen EHEC-Ausbruch in Deutschland gegeben, rund 3.800 Erkrankungen wurden dabei erfasst, mehr als 50 Menschen starben. Als wahrscheinliche Ursache galten verunreinigte Sprossen aus Ägypten importierter Bockshornkleesamen.

Gefährliche Keime: EHEC trifft schnell und nicht selten hart

Vom Verzehr eines verunreinigten Lebensmittels bis zum Ausbruch der Erkrankung dauert es im Durchschnitt 3–4 Tage, wie es beim Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) heißt. Schon wenige Bakterien reichen aus, um eine Infektion anzustoßen, zudem können EHEC auch direkt von Mensch zu Mensch übertragen werden.

Die von EHEC produzierten Shigatoxine können schwere Durchfallerkrankungen bis hin zu blutigen Durchfällen sowie das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) verursachen , das zu Nierenversagen führen kann. Kinder sind besonders gefährdet, weil ihr Immunsystem und ihre Organe noch nicht ausgereift sind.