„Wer Helfer angreift, greift uns alle an“Gesetzesoffensive für mehr Sicherheit in Klinik und Praxis

Ob in der Notaufnahme oder im Wartezimmer: Übergriffe auf medizinisches Personal nehmen zu. Die Bundesregierung will mit härteren Strafen ein deutliches Zeichen setzen – und damit Ärzten, Pflegekräften und Praxispersonal endlich den Schutz geben, den sie verdienen.

Bundesgesundheitsministerin Warken findet klare Worte gegen Gewalt an medizinischem Personal.
dpaAnnette Riedl/dpa
Bundesgesundheitsministerin Warken findet klare Worte gegen Gewalt und kündigt härtere Strafen zum Schutz von Klinik- und Praxispersonal an.

Berlin (dpa) – Die Bundesregierung will Gewalt gegen medizinisches Personal in Krankenhäusern und Praxen schärfer ahnden. «Diejenigen anzugreifen, die anderen helfen, ist absolut inakzeptabel», sagte Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung». Das Justizministerium erklärte, solche Vorfälle seien nicht hinnehmbar und müssten konsequent verfolgt werden. Das Ressort will im Herbst einen Gesetzentwurf vorlegen.

Klares Signal aus Berlin: Härtere Strafen notwendig

Hintergrund ist eine Vereinbarung im Koalitionsvertrag von Union und SPD, den strafrechtlichen Schutz von Einsatz- und Rettungskräften, Polizisten sowie Angehörigen der Gesundheitsberufe zu verschärfen. Der SPD-Gesundheitsexperte Christos Pantazis sagte: «Härtere Strafen senden ein klares Signal: Als Gesellschaft stehen wir an der Seite derjenigen, die tagtäglich für die Versorgung anderer einstehen.»

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft begrüßte die Pläne. Übergriffe auf Pflegekräfte, Ärztinnen und Ärzte müssten in der Strafbemessung Angriffen auf Rettungspersonal und Einsatzkräfte gleichgestellt werden.