190 Fälle von MissbrauchArzt filmte heimlich Patientinnen – Prozess startet im Herbst

Ein Arzt aus Bramsche steht wegen heimlicher Videoaufnahmen und sexueller Übergriffe in 190 Fällen vor Gericht. Ermittler fanden tausende strafrechtlich relevante Bilder.

Strafrechtliche Ermittlungen gegen Arzt wegen sexueller Übergriffe starte im Herbst.
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Der Prozess gegen einen Arzt aus Niedersachsen wegen 190 Fällen sexueller Übergriffe beginnt im Oktober – umfangreiche Beweisaufnahme steht bevor.

Osnabrück (dpa/lni) – Wegen des Vorwurfs, heimlich Patientinnen gefilmt und ihnen in den Intimbereich gegriffen zu haben, hat die Staatsanwaltschaft Osnabrück einen Arzt aus Bramsche angeklagt. Der Prozess soll im Oktober beginnen, sagte eine Sprecherin des Landgerichts Osnabrück. Angeklagt sind 190 Fälle. Zuvor hatte der NDR darüber berichtet.

Unter den Opfern des 43 Jahre alten Mediziners befindet sich auch Mädchen, das zum Tatzeitpunkt jünger als 14 Jahre alt waren. Daher werde der Prozess vor der Jugendkammer verhandelt, sagte die Gerichtssprecherin. Angesetzt seien 22 Verhandlungstage.

Umfangreiches Datenmaterial

Einem früheren Bericht in der «Neuen Osnabrücker Zeitung» zufolge hatte sich der Angeklagte zu den Vorwürfen geäußert. Laut Staatsanwaltschaft hatte der Mediziner demzufolge angegeben, dass die besagten Griffe in den Intimbereich aus seiner Sicht im Rahmen der Untersuchungen medizinisch notwendig gewesen seien.

Bei einer Durchsuchung hatten Ermittler umfangreiches Datenmaterial sichergestellt. Von mehr als 100.000 Bildern wurden anschließend zwischen 10.000 und 20.000 als strafrechtlich relevant eingestuft. Das habe zu langwierigen Ermittlungen geführt, hatte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft im Dezember 2023 erklärt. Eine Patientin soll den Fall 2021 mit ihrer Aussage ins Rollen gebracht haben.