Immunstimulierende WirkungASS als Waffe gegen Metastasen?

Daniela Lukaßen-Held

Eine aktuelle präklinische Studie zeigt: Acetylsalicylsäure kann die Metastasierung bei verschiedenen Tumorarten reduzieren – vermutlich durch die Hemmung von Thromboxan A₂, das die T-Zell-vermittelte Immunantwort unterdrückt.

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Aspirin verbessert die Immunität gegen Metastasen, indem es infolge der ASS-Einnahme im Blut zu einer Verringerung der Konzentration von TXA2 kommt.

Acetylsalicylsäure (ASS) wird vor allem als Analgetikum und Thrombozytenaggregationshemmer eingesetzt, ist aber bekanntermaßen auch an der antimetastatischen Immunität beteiligt. Tatsächlich konnte eine  ASS-Therapie die Metastasierungsrate bei Personen mit Krebs ebenso reduzieren wie auch die Krankenhaus-Mortalitätsrate bei Krebspatienten, bei denen zum Zeitpunkt der Krebsdiagnose keine Metastasierung bekannt war. Eine aktuelle Studie liefert nun eine mechanistische Erklärung für den antimetastatischen ASS-Effekt.

Die Forscher legten den Fokus in ihrer Arbeit auf das durch Blutplättchen produzierte Thromboxan A2 (TXA2), das die Wirkung der für das Immunsystem wichtigen T-Zellen hemmt. Der Studie des Teams um Dr. Jie Yang, Cambridge (UK), liegen Versuche mit Mäusen mit Brust, Haut- oder Darmkrebs zugrunde. Ein Teil der Tiere wurde mit ASS behandelt, während den Kontrolltieren kein ASS verabreicht wurde. 

Geringere TXA2-Konzentration im Blut durch ASS 

Die Wissenschaftler konnten beobachten, dass es bei den Tieren mit ASS-Gabe seltener zu einer Metastasierung kam als bei den Mäusen, die kein ASS erhalten hatten. Deutlich wurde darüber hinaus, dass Aspirin die Immunität gegen Metastasen verbessert, indem es infolge der ASS-Einnahme im Blut zu einer Verringerung der Konzentration von TXA2 kommt. Das Verständnis hinsichtlich der immunstimulierenden Wirkung von Acetylsalicylsäure den Wissenschaftlern zufolge für eine Verwendung von ASS zusammen mit adjuvanten Immuntherapien sprechen.

Quelle: Yang J et al. Nature 2025. DOI: 10.1038/s41586-025-08626-7