
Wissenschaftler um Prof. Michael Hoffmeister, Heidelberg, gehen davon aus, dass sich mit einfachen nichtinvasiven Screenings eine Erhöhung der Teilnehmerzahl an Darmkrebsfrüherkennungsprogrammen erreichen lässt. In einer Studie haben sie einen Smartphone gestützten Test und einen klassischen Stuhltest (FIT; fetal immunochemical test) miteinander verglichen. Der Smartphone basierten Test kombiiniert einen Schnelltest sowie eine App, die das Ergebnis des Schnelltests mithilfe der Kamera auswertet.
Einbezogen wurden 654 Teilnehmende. 55% nutzten den Smartphone gestützten Test. Menschen, die diesen nicht verwendeten, hatten hierfür in erster Linie technische Gründe (47%) oder sie äußerten Bedenken hinsichtlich des Tests.
Smart: So gut funktioniert der neue Test
Die Machbarkeit des Smartphone basierten FIT wurde von den Teilnehmenden mithilfe von Fragebögen bewertet. 89% davon bewerteten den Smartphone basierten Test eine gute Alternative zum Labor-FIT.
Betrachtet wurden zudem die Ergebnisse. So erkannte die App 28% der Neoplasien. Hier war der Labor-FIT mit einer Rate von 34% zwar unwesentlich besser, die Spezifität beider Verfahren war jedoch mit 92% identisch.
Hohe Akzeptanz, starke Ergebnisse
Das Fazit der Wissenschaftler: Sie schätzen den Smartphone basierten Test als eine gute Alternative zum klassischen Labortest ein. Allerdings mag vielleicht nicht jeder ein geeigneter Kandidat für die Nutzung des Darmkrebsscreening per Smartphone und App sein: So waren es in der Studie in der Regel die jüngeren Jahrgänge, die sich auf die neue Variante einließen – und zudem waren dies deutlich häufiger männliche Probanden.
Ein großer Vorteil des Smartphone-Test könnte sein, dass eine einstufung des Testergebnisses und eine Beschreibung der nächsten Schritte standardisiert über die App angeboten werden könnte, bestenfalls sogar direkt telefonisch über den Hausarzt oder ein eingebundenes telemedizinisches Callcenter besprochen werden könnte.
Andererseits war der Labor-Fit weniger zeitaufwendig und einfacher zu verwenden. Präferiert wurde der Labor-Fit vor allem von den Studienteilnehmern, die ihr Testergebnis lieber von einem Arzt erfahren möchten.


