Zum JahresendeSo laden Sie Ihre soziale Batterie wieder auf

Gespräche, Termine, soziale Verpflichtungen – wenn der innere Akku schlappmacht, helfen gezielte Pausen. Nehmen Sie sich gerade zum meist stressigen Jahresende bewusst Zeit! Denn manchmal steckt mehr dahinter.

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Rückzug in die Natur: Spaziergänge helfen, den inneren Akku wieder aufzuladen.

Nach einem vollen Wochenende mit vielen Gesprächen und Terminen einfach mal die Tür hinter sich schließen – dieses Bedürfnis kennen viele. Dahinter steckt oft, dass die «Soziale Batterie» leer ist.

«Je mehr wir uns in großen Gruppen bewegen, Gespräche führen oder Konflikten ausgesetzt sind, desto mehr sinkt der Energiepegel, ähnlich wie bei einem Smartphone-Akku bei vermehrter Nutzung», sagt Steffen Häfner, ärztlicher Direktor der Klinik am schönen Moos in Bad Saulgau. Er ist Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie.

Alle Menschen fühlen sich erschöpft, wenn sie viel «Socializing» hinter sich haben, schreibt die britische Autorin Amy Arthur («Pace Yorself - How to Have Energy in an Exhausting World»), «allerdings ist die Obergrenze von Mensch zu Mensch verschieden». 

So tanken Sie neue Energie nach sozialen Belastungen

Fest steht für Experten: Alle, auch extrovertierte Menschen, die oft Energie aus sozialem Austausch ziehen, brauchen Auszeiten, um sich zu erholen. «Entscheidend ist das Gleichgewicht zwischen Aktivität und Erholung», erklärt Steffen Häfner. Nur durch Rückzug, Ruhe oder entspannende Tätigkeiten könne sich die soziale Batterie wieder aufladen.

Gute Strategien zur Regeneration sind:
  • Erholsamer Schlaf: Ausreichend schlafen ist die Basis für die Erholung der sozialen Batterie.
  • Bewegung in der Natur: Spaziergänge helfen dabei, den inneren Akku wieder aufzufüllen.
  • Kreative Aktivitäten: Malen, Musizieren oder andere kreative Tätigkeiten wirken entspannend und regenerierend.
  • Qualitative Gespräche: Ein gutes Gespräch, in dem man sich verstanden fühlt, kann auch zur Erholung beitragen.

Solche Dinge helfen laut Häfner im Alltag dabei, den inneren Akku wieder aufzufüllen. 
 

Stichwort Rückzug – das ist die naheliegendste Methode. Alleinsein könne helfen, wenn es der Austausch und die Interaktion mit anderen selbst sind, die uns ermüden, so Amy Arthur. Wenn aber soziale Ängste oder Depressionen das Zusammensein mit anderen Menschen so anstrengend machen, könne Alleinsein die Probleme womöglich verstärken. 

Wenn Erschöpfung bleibt – Warnzeichen erkennen

Und wenn die Erschöpfung trotz Ruhe und Ausgleich bleibt, kann das auch ein Hinweis auf eine psychische Erkrankung sein, erklärt Steffen Häfner. Auch Menschen mit Burn-out berichten davon, dass sie sich kaum noch erholen, selbst nach längeren Pausen – «als wäre ein Smartphone zwar an eine Steckdose angeschlossen, aber das Ladekabel ist defekt».
 

Warnsignale, die Sie ernst nehmen sollten:
  • Permanente Überforderung: Das Gefühl, dauerhaft überfordert zu sein, verschwindet nicht.
  • Sozialer Rückzug: Sie ziehen sich zunehmend aus sozialen Kontakten zurück.
  • Ausbleibende Erholung: Selbst nach Pausen stellt sich keine Erholung ein.

Bemerkt man diese Anzeichen oder Warnsignale, könne es sein, «dass möglicherweise mehr dahintersteckt als bloße Alltagserschöpfung», so Steffen Häfner. «In solchen Fällen ist es ratsam, professionelle Unterstützung zu suchen» und mit deren Hilfe daran zu arbeiten, Ressourcen zu stärken, Stressreaktionen abzumildern und wieder eine gesunde Balance zwischen Rückzug und sozialer Aktivität zu finden.

Quelle: dpa/tmn