Neun Millionen für den Notfall3.200 Quadratmeter Sicherheit: Hier lagert der Schutz vor einer neuen Pandemie

Masken, Anzüge, Handschuhe – was vor einigen Jahren im Rahmen der Corona-Pandemie zum Alltag gehörte, wird jetzt zentral für den Ernstfall vorgehalten. In Andernach hat Rheinland-Pfalz ein neues Landesmateriallager eröffnet, das Millionen Menschen im Krisenfall schützen soll.

Schutzausstattung für den Pandemiefall im neuen Landesmateriallager Rheinland-Pfalz
dpaThomas Frey/dpa
Schutzausstattung für den Pandemiefall - darunter medizinische Handschuhe - wird im neuen Landesmateriallager Rheinland-Pfalz eingelagert

Andernach (dpa/lrs) – Mehr als 9 Millionen Euro für etwas, was im besten Fall nie gebraucht wird: Das neue Landesmateriallager in Andernach ist in Betrieb. Dort werden zentral Masken, Brillen und Schutzanzüge für eine mögliche nächste Pandemie gelagert.

Ein Lager für den Ernstfall

Das Lager sei eine Lehre aus der Corona-Pandemie, sagte Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD). «Wir erinnern uns alle gut daran, dass Masken unser ständiger Begleiter waren», sagte er bei der Eröffnung. «Der Beginn der Pandemie liegt jetzt über 5 Jahre zurück, Masken tragen wir nur noch selten. Trotzdem sehen wir sie in unserem Lebensalltag.»

Die Normalität dürfe nicht dazu führen, dass man die Augen vor einer nächsten Pandemie verschließe. «Wir wissen nicht wann. Wir hoffen darauf, dass es gar nicht sein wird.» Das Land habe sich aber für das Landesmateriallager entschieden, «weil wir natürlich mit dem Schlimmsten planen».

Was wir morgen brauchen, lagert ab heute hier

Alexander Wilhelm, Geschäftsführer des Landeskrankenhauses, sagte: «Was Rheinland-Pfalz morgen braucht, lagert ab heute hier.» Das Lager solle ein Ort der Verlässlichkeit, der Effizienz und der Vorsorge sein.

Im Lager sollen künftig rund 5,4 Millionen Mund-Nasen-Schutze lagern, rund 1,6 Millionen FFP2-Masken, rund 10,11 Millionen Schutzhandschuhe und 656.000 Schutzanzüge. Dafür stehen rund 3.200 Quadratmeter Grundfläche zur Verfügung. Das Land förderte den Bau mit rund 8,2 Millionen und die Beschaffung der Einrichtung und Ausstattung mit rund 1,1 Millionen Euro.

So sieht das Lager von innen aus

Auf 2 Ebenen lagern in hohen Regalreihen Paletten mit Kartons, umwickelt mit Plastikfolie. Durch Hallentore wird das Material angeliefert oder abgegeben.

Das Lager entstand auf dem Grundstück des Landeskrankenhauses in Andernach. Im Normalfall wird die Schutzausrüstung verteilt, bevor sie abläuft – also etwa an das Krankenhaus. Im Pandemiefall sollen mit der Ausrüstung Krankenhäuser und Ärzte aber auch Polizei und Einsatzkräfte versorgt werden.