
Das von Essen aus geleitete Konsortium „ONCOverse: Patientenzentrierte und intuitive Evidenzgenerierung für Bauchspeicheldrüsenkrebs“ entwickelt eine digitale Versorgungsplattform, die Forschung und Klinik eng verzahnt. ONCOverse sammelt Daten aus dem Behandlungsalltag: Patient:innen dokumentieren ihr Befinden. Ärzt:innen erfassen Tumoreigenschaften, Therapien und Verläufe. Das Besondere dabei: alle Daten werden interoperabel gemacht, können also gemeinsam genutzt werden. So entsteht ein umfassender Datenraum.
Die Forschenden um Projektleiter Prof. Dr. Jens Siveke vom Westdeutschen Tumorzentrum des Universitätsklinikums Essen und Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung möchten so klären, welche Tumor- und Patient:inneneigenschaften wichtig für Therapieentscheidungen sind und welche Therapie bei welchem Tumor am besten wirkt. Langfristig sollen Behandlungen präziser auf die individuelle Tumorsituation zugeschnitten werden. Die Prognose bei Bauchspeicheldrüsenkrebs kann so verbessert werden.
Kontinuierliche Real-World-Daten als Basis für neue Evidenz
Im Kern geht es um Evidenzgenerierung, das heißt um belastbare wissenschaftliche Belege aus der realen Versorgung. Statt auf isolierte Studien setzen die Wissenschaftler:innen mit ONCOverse auf kontinuierliche Datenerhebung im Klinikalltag. Moderne Analysemethoden helfen, Muster zu erkennen und Therapiewege zu vergleichen, auch mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz. Ein besonderes Merkmal: Betroffene sind von Beginn an eingebunden. Ihre Perspektive soll sicherstellen, dass neue Versorgungsmodelle tatsächlich den Bedürfnissen der Erkrankten entsprechen.
Deutschlandweite und internationale Partner bündeln Kompetenzen
Das ONCOverse-Team bündelt die Expertise von Partner:innen aus den Universitätskliniken Dresden, Essen, Halle (Saale), Hamburg-Eppendorf, Heidelberg, Kiel/Lübeck, Köln und Tübingen sowie von der Technischen Universität München. Weiterhin bestehen Kooperationen mit dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg, dem Forschungszentrum Jülich, dem Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen sowie Partnern der Dutch Pancreatic Cancer Group Amsterdam, Maastricht und Leiden.
Quelle: Universität Duisburg-Essen


