Hohe KrankenständeAnhaltende Grippewelle sorgt für volle Wartezimmer

Die Grippewelle hält Niedersachsen weiterhin in Atem. Nach Einschätung des Landesgesundheitsamts ist zwar davon auszugehen, dass sie ihren Höhepunkt erreicht habe. Aber noch bis Anfang April könnte die Grippewelle andauern. 

Influenza fever
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Allein in der vergangenen Woche wurden in Niedersachsen 3.323 laborbestätigte Influenzafälle übermittelt; die Zahl der tatsächlichen Erkrankten wird deutlich höher geschätzt.

Hannover (dpa/lni) – Volle Wartezimmer beim Arzt: In Niedersachsen ist noch kein Ende der Grippewelle in Sicht. «Unsere Indikatoren zeigen, dass wir uns weiterhin auf einem hohen Niveau bewegen», sagte der Präsident des niedersächsischen Landesgesundheitsamts (NLGA), Fabian Feil, der Deutsche Presse-Agentur. 

Influenzaviren in 43% der eingeschickten Proben

Bereits seit 4 Wochen werden dem Landesgesundheitsamt zufolge in mehr als 40% aller eingeschickten Proben von Patientinnen und Patienten mit einer Atemwegserkrankung Influenzaviren nachgewiesen. Aktuell sind es 43%. Andere Krankheitserreger wie das Coronavirus spielen eine untergeordnete Rolle. 

Dem Landesgesundheitsamt wurden in der vergangenen Woche 3.323 laborbestätigte Influenzafälle übermittelt. Die Zahl der tatsächlich Erkrankten dürfte deutlich höher sein, hieß es. Es sei davon auszugehen, dass die Grippewelle ihren Höhepunkt erreicht habe. Sie könne aber noch bis Anfang April andauern. Genau vorhersagen lasse sich das nicht.

Das NLGA wertet in einem Projekt mit der Krankenkasse AOK Krankschreibungen aus. Demnach konnten in der vergangenen Woche 3,8% der bei der AOK versicherten Beschäftigten wegen Atemwegserkrankungen nicht zur Arbeit gehen. 

Hausärzteverband: Besonders 20- bis 50-Jährige betroffen

Nach Angaben des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes Niedersachsen ist das Patientenaufkommen in den Praxen deutlich gestiegen. «Einzelne Patienten erkranken schwer, vor allem wenn sie nicht geimpft sind. In solchen Fällen kann die Erkrankung bis zu 14 Tage oder länger dauern», sagte Verbandschef Matthias Berndt. 

Insbesondere seien viele Patienten zwischen 20 und 50 Jahren betroffen. «Diese gehören nicht zur klassischen Risikogruppe und sind seltener geimpft», sagte der Hausarzt und Allgemeinmediziner aus Hannover. Generell hätten geimpfte Patienten meist mildere Verläufe.

Für leichte Fälle sei die telefonische Krankschreibung bei bekannten Patienten eine gute Lösung, sagte Berndt. «Bei schweren Krankheitsverläufen empfehlen wir dringend, sich persönlich in der Hausarztpraxis vorzustellen. Nur so lassen sich ernsthafte Komplikationen wie Lungen- oder Herzmuskelentzündungen ausschließen.»