ECDC warnt vor anhaltender Gefahr509 gemeldete Salmonellosen durch gekeimte Alfalfasamen

Ein anhaltender und weit verbreiteter Salmonellenausbruch in der Europäischen Union und im Europäischen Wirtschaftsraum hat bereits 509 Menschen in 9 Ländern betroffen. Mit einem Lieferanten in Italien schien die Quelle – kontaminierte Alfalfasprossen – gefunden. Nachweisen konnten die italienischen Behörden dort im Februar 2025 die Bakterien nicht. Wo genau die Sprossen kontaminiert wurden und ob eine Kreuzkontamination entlang der Lieferkette vorliegt, blieb damit unklar.Trotz eingeleiteter Maßnahmen sind weiterhin neue Fälle zu erwarten.

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Gekeimte Alfalfasamen sind die Ursache für einen weit verbreiteten Salmonellenausbruch in der EU – die Quelle scheint ein einziger Lieferant in Italien zu sein.

Zwischen Januar 2023 und Januar 2025 wurden in 9 Ländern der Europäischen Union (EU) bzw. des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) 509 Personen mit Salmonellose gemeldet. Mit 257 Fällen stammen die meisten Meldungen aus Norwegen, gefolgt von Schweden, Finnland und Deutschland. Da nur ein Teil der Betroffenen in Kliniken oder Praxen vorstellig werden und Ärzte nicht bei jeder akuten Gastroenteritis mit Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Fieber einen Stuhltest durchführen, dürfte es sich hierbei aber nur um die Spitze des Eisbergs handeln.

Der Übeltäter: gekeimte Alfalfasamen

Ursache für diese Infektionen sind gekeimte Alfalfasamen. Ursprünglich wurden die Ausbrüche als separate Ereignisse untersucht; insgesamt wurden 8 Serotypen identifiziert, von denen einige in Europa selten vorkommenkonnten. Mithilfe epidemiologischer Untersuchungen, einschließlich der Analyse der Sequenzierung des gesamten Genoms und der Rückverfolgung von Lebensmitteln, konnte die Quelle der kontaminierten Sprossen aber mit einem einzigen Lieferanten in Italien in Verbindung gebracht werden. Dieser hatte sein Saatgut von 3 Erzeugern in derselben Region bezogen.

Wie das Saatgut kontaminiert wurde und ob es Kreuzkontaminationen entlang der Lieferkette gab ist derzeit aber noch offen. Die italienischen Behörden überprüften im Februar 2025 den Lieferanten, konnten allerdings die Bakterien dort nicht nachweisen. Es ist deshalb unklar, wo genau die Sprossen kontaminiert wurden und ob eine Kreuzkontamination entlang der Lieferkette vorliegt.

Weitere neue Fälle – trotz eingeleiteter Maßnahmen

Nachdem die für die Lebensmittelsicherheit zuständigen Behörden in den betroffenen Ländern (Finnland, Deutschland, Italien, die Niederlande, Norwegen, Spanien und Schweden) Kontrollmaßnahmen implementierten, wozu auch die Rücknahme und des Rückruf positiver und vermutlich positiver Chargen zählt, sind die Fallmeldungen zwar deutlich zurückgegangen. Allerdings wurden in mehreren Ländern bis zum 30. Dezember 2024 neue Fälle gemeldet.

Möglicherweise sind also noch einige kontaminierte Saatgutchargen im Umlauf und weitere Maßnahmen erforderlich. Bis die Stellen, an denen das Saatgut mit Salmonellen kontaminiert wurde, identifiziert und ordnungsgemäß kontrolliert werden können, kann es zu weiteren Fällen  kommen, warnt das European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC).

Das ECDC fordert alle Erzeuger von gekeimtem Saatgut dringend auf, die Verfahren zur Lebensmittelsicherheit strikt einzuhalten, um zu verhindern, dass kontaminierte Produkte die Verbraucher erreichen. 

Insbesondere Säuglinge, ältere oder gebrechliche Erwachsenen und Personen mit geschwächtem Immunsystem sind bei einer möglichen Salmonelleninfektion gefährdet. Diese Personengruppen bzw. Eltern mit kleinen Kindern sollten den Verrehr von gekeimten Samen vermeiden – es sei denn, diese wurden gründlich gekocht.